Jagd Kanton Freiburg: Kontroverse Abschusszahlen und Wolfspolitik


Im zweisprachigen Kanton Freiburg wird Wildtiermanagement zum politischen Spannungsfeld. Während Jagdbehörden Saisons verlängern und Kontingente erhöhen, wächst die Kritik an der schleichenden Aushöhlung von Schutzgebieten.

🎯 Schutzgebiete mit systematischen Ausnahmen

Juristisch bemerkenswert bleibt die Praxis, in eidgenössischen Jagdbanngebieten Abschüsse zu bewilligen. Im Banngebiet Hochmatt-Motélon dürfen während der Hirschsaison ausnahmsweise zwanzig Tiere erlegt werden. Was als temporäre Ausnahme formuliert wird, wiederholt sich jährlich und schafft damit eine neue Normalität. Die Kategorie “Schutzgebiet” verliert ihre Schutzfunktion, wenn sie regelmäßig mit Sonderbewilligungen durchlöchert wird. Diese Entwicklung dokumentiert einen grundlegenden Wandel im Schweizer Jagdrecht.

📊 Kontingente und Abschusszahlen im Detail

Für die Gämsjagd im Kanton Freiburg wurden in der Saison 2025/26 insgesamt 223 Tiere im Berggebiet und Flachlandkolonie Kleine Saane zugeteilt – eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr mit 213 Tieren. Für den Hirsch gelten präzise Quoten nach Geschlecht und Alter: 35 Hirschstiere, 35 Spiesser, 80 Kühe oder Schmaltiere, 70 Kälber. Die offiziellen Jagdstatistiken des Kantons Freiburg weisen 180 Patente A für Gämsen, 620 Patente B für Rehwild, 329 Patente C für Hirsche und 496 Patente D für Wildschweine aus.

🦅 Kormoran-Jagd als Artenhierarchie-Symptom

Die Jagdsaison 2025/26 brachte im Kanton Freiburg eine auffällige Neuerung: Die Jagdperiode auf den Kormoran wurde verlängert. Er darf nun von September bis Ende Februar bejagt werden – praktisch das gesamte Winterhalbjahr. Begründung: Der Kormoranbestand wachse schnell und erzeuge “Regulierungsbedarf” im interkantonalen Perimeter. Psychologisch illustriert der Fall Kormoran die jagdliche Artenhierarchie. Nicht Schutzstatus oder ökologische Funktion entscheiden über Jagdfähigkeit, sondern die Konkurrenz mit jagdlichen Interessen. Der Kormoran frisst Fische, die Hobby-Angler fangen wollen. So konstruiert die Jagdverwaltung laufend neue Regulierungsbedarfe, die Interessenkonflikte zwischen Hobby-Gruppen und Wildtieren darstellen.

🐺 Wolfspetition und politische Reaktionen

Am 9. März 2023 wurde bei der Staatskanzlei des Kantons Freiburg eine Petition von Wolfsgegnern eingereicht, die zugleich an den Kanton Waadt gerichtet war. Sie forderte Sofortmassnahmen zur Eliminierung der Wölfe in der Broye-Region. Die politische Reaktion der Freiburger Behörden: öffentliche Stille gegenüber jagdkritischen Positionen und diskrete Offenheit gegenüber den Petitionen. Interessant ist, dass im Jahr 2025 keine Hinweise auf Wölfe im Kanton Freiburg aufgefunden wurden, während Luchse in allen Bezirken nachgewiesen werden konnten. Der Wolf, der die meisten Schäden verursacht hatte, wurde am 23. August 2023 von Wildhütern erlegt. Diese Diskrepanz zwischen tatsächlicher Wolfspopulation und politischer Debatte zeigt die emotionale Aufladung des Themas.

Jagd Kanton Freiburg: Kontroverse Abschusszahlen und Wolfspolitik

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Kommentare

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Neues

Lukas Weber avatar

10 März 12:34

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Die Debatte im Kanton Freiburg zeigt, wie komplex die Interessenabwägung zwischen Jagd, Naturschutz und Politik ist. Transparente Statistiken sind hier die wichtigste Grundlage.

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