Wolf Monitoring Liechtenstein 2026: Aktuelle Zahlen
Die neuesten Daten aus dem Wolfsmonitoring zeigen eine dynamische Entwicklung der Wolfspopulation in der Region. Für Jäger, Naturschützer und Landwirte sind die aktuellen Zahlen entscheidend. Das Monitoring-Jahr 2025/2026 (1. Februar 2025 bis 31. Januar 2026) bringt klare Fakten zur Wolfssituation in Liechtenstein.
📊 Aktuelle Wolfsbestände
In Liechtenstein hat sich bisher kein sesshaftes Rudel etabliert. Seit dem ersten gesicherten Nachweis im Dezember 2018 durchlaufen einzelne Wölfe das Fürstentum. Im Jahr 2025 gab es nur einen gesicherten Nachweis (Fotofalle), im Vorjahr waren es noch acht. Aktuelle Daten vom 26. Februar 2026 dokumentieren mehrere Sichtungen in Triesenberg und Balzers, klassifiziert nach SCALP-Kategorie C1 (harte Fakten).
🏔️ Wolf Liechtenstein: Konzept und Herdenschutz
Das Wolf Liechtenstein Konzept wurde am 11. Juli 2023 revidiert. Die Schadensschwelle wurde von 15 auf 6 gerissene Tiere gesenkt. Bei Rindern, Pferden und Neuweltkameliden gilt bereits ein getötetes oder schwer verletztes Tier als großer Schaden mit Möglichkeit zur Entnahme. Über 90% aller Wolfsrisse betreffen Schafe und Ziegen. Für Herdenschutzmassnahmen empfiehlt das Amt für Umwelt elektrifizierte Zäune mit 90-110 cm Höhe und mindestens 3.000 Volt Spannung. Der unterste Draht darf maximal 15 cm Bodenabstand haben. Liechtenstein beteiligt sich mit 50% der Kosten für Weidenetz und Elektrozaungeräte (max. CHF 500 pro Gerät). Blaue und weiße Netze werden bevorzugt, orange Netze sind nicht mehr förderfähig.
📡 Kategorien und Nachweismeldungen
Wolfsmeldungen werden nach SCALP-Kriterien klassifiziert:
- C1: Harte Fakten (Fotos, genetische Proben, tote Tiere, Telemetrie)
- C2: Bestätigte Meldungen (durch geschultes Personal überprüfte Spuren/Risse)
- C3: Unbestätigte Meldungen (nicht verifizierbare Sichtungen)
Bei Wolfssichtungen in Liechtenstein ist das Amt für Umwelt sofort zu kontaktieren. Der Kadaver muss unverändert bleiben, bis Proben entnommen werden. Die Herdenschutz-Beratung SG informiert betroffene Regionen per SMS über C1- und C2-Nachweise.
🌍 Alpenweite Wolfspopulation und grenzüberschreitendes Monitoring
Die alpine Wolfspopulation erstreckt sich über sieben Länder: Italien, Frankreich, Österreich, Schweiz, Slowenien, Liechtenstein und Deutschland. Die Wolf Alpine Group koordiniert alle zwei Jahre das Monitoring zwischen den Alpenländern. Die Wiederbesiedlung erfolgte primär aus dem italienischen Apennin, wobei zunehmend auch Tiere aus der dinarischen und karpatischen Population einwandern. Diese genetische Durchmischung stärkt die Population, erschwert aber auch das individuelle Monitoring.
Die EU hat 2025 den Wolf-Schutzstatus von “streng geschützt” auf “geschützt” herabgestuft, was den Mitgliedstaaten mehr Spielraum bei Regulierungsmassnahmen gibt. Diese Änderung spiegelt die wachsende Population und die zunehmenden Konflikte mit der Landwirtschaft wider. Experten erwarten, dass sich die Wolfspopulation in den nächsten fünf Jahren weiter ausdehnen wird, insbesondere in Richtung Osten und Norden der Alpen.
📢 Prognose und nächste Monitoring-Updates
Die KORA wird Ende März 2026 eine vollständige Bilanz des Monitoring-Jahres 2025/2026 veröffentlichen. Bis dahin bleiben die Zahlen vorläufig. Für Jäger und Landwirte in Liechtenstein bedeutet die aktuelle Situation: Einzelne Wölfe durchqueren das Gebiet, eine dauerhafte Ansiedlung steht noch aus. Die Hegeschau 2026 am 28. Februar in Schaan bot Jagdinteressierten aktuelle Informationen zur Wildtier-Situation.
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